
Ep. 03: Nachhaltigkeit als Standard: Plastikfrei und energieeffizient wirtschaften
Nachhaltigkeit ist kein Trend mehr. Sie ist die Erwartungshaltung einer ganzen Generation von Gästen – und wer sie ignoriert, verliert nicht nur Buchungen, sondern Relevanz.
Manuel Ribis
Warum Nachhaltigkeit kein Nice-to-have mehr ist
Achtzig Prozent der Reisenden geben an, dass Nachhaltigkeit ihre Buchungsentscheidung beeinflusst. Das ist keine NGO-Statistik – das ist Marktforschung. Der moderne Gast möchte wissen, dass sein Urlaub die Welt nicht schlechter macht. Und er findet raus ob das stimmt – über Bewertungen, Social Media, Zertifizierungen.
Gleichzeitig steigen Energiekosten, Wasserpreise und Entsorgungsgebühren. Nachhaltigkeit ist also nicht nur ein Wert – sie ist ein handfestes wirtschaftliches Argument. Wer heute handelt, spart morgen. Wer wartet, zahlt übermorgen drauf.
Drei Hebel – und warum der dritte oft vergessen wird
Plastikfreiheit, Energieeffizienz, Kommunikation. Das sind die drei Bereiche in denen Hotelbetriebe den größten Hebel haben. Die ersten beiden kennen die meisten – auch wenn die Umsetzung komplexer ist als sie zunächst wirkt. Der dritte wird am häufigsten vernachlässigt.
Ein Betrieb der nachhaltig wirtschaftet aber nicht darüber redet, verschenkt einen enormen Wettbewerbsvorteil. Gäste wollen wissen was dahintersteckt. Nicht in einem versteckten PDF – sondern dort wo sie sind: im Zimmer, beim Frühstück, in den sozialen Medien. Wie man das authentisch macht, ohne ins Greenwashing zu rutschen – das ist eine eigene Kunst.

Das größte Missverständnis
Viele Betriebe glauben, Nachhaltigkeit sei teuer. Das stimmt manchmal für die erste Investition – und fast nie für die Gesamtrechnung. Wer langfristig denkt, spart in fast allen Bereichen. Nicht als Ideologie, sondern als Zahlenwerk.
Das zweite Missverständnis: Wir sind zu klein dafür. Kein Betrieb ist zu klein. Im Gegenteil – kleinere Betriebe können oft schneller handeln, weil Entscheidungswege kürzer sind. Was in einer großen Kette ein Jahresprojekt ist, kann im Familienhotel nächste Woche umgesetzt sein.

Hausaufgabe
- Schau dir eine einzige Kostenstelle an. Energie, Wasser oder Abfall – nur eine. Was fällt dir auf? Was hast du noch nie wirklich hinterfragt?
- Frag dein Team. Was würden sie ändern, wenn sie könnten? Die Küche weiß oft am besten wo Lebensmittel verschwendet werden. Die Reinigung weiß wo Plastik wegfällt könnte. Das Wissen ist im Haus – es muss nur gehoben werden.
- Schau wie du darüber redest. Nicht ob du nachhaltig bist – sondern ob deine Gäste es wissen. Und ob sie es glauben.
Nachhaltigkeit ist keine Kostenstelle. Sie ist dein stärkstes Verkaufsargument – wenn du weißt wie du es nutzt.
Manuel Ribis
Du willst wissen wo in deinem Betrieb das größte Nachhaltigkeitspotenzial steckt – und wie du es wirtschaftlich nutzt? Genau das klären wir im ersten Gespräch.
Willst du das in deinem Betrieb umsetzen?
Du willst das nicht alleine umsetzen? Genau dafür bin ich da.